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    Keine zentrale Dokumentation oder Statistik

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  • Warum die Kompressionstherapie in Österreich keine Erfolgsgeschichte ist
  • Keine zentrale Dokumentation oder Statistik
  • 19. August 2025 durch
    Michael Fall
    | Noch keine Kommentare

    Österreich verfügt leider über kein nationales Wundregister und keine systematische Erfassung, wie oft Kompressionstherapie verordnet oder erfolgreich durchgeführt wird. Ohne Zahlen fehlen sowohl ein objektives Erfolgsmonitoring als auch die Grundlage für Verbesserungen in der Versorgung.

    die wichtigsten KPI, die man erheben sollte:

    1. Prozess-KPI

    Warum wichtig? Sie zeigen, ob Kompression überhaupt konsequent angewendet wird.

    • Verordnungsrate Kompression bei Indikationen (%)
      Anteil der Patient:innen mit Ulcus cruris venosum / Lymphödem, die eine Kompression verordnet bekommen.
      → Misst Versorgungslücken.
    • Durchführungsrate (Anwendung vs. Verordnung, %)
      Wie viele Verordnungen werden tatsächlich umgesetzt?
      → Zeigt Patient:innenadhärenz und Systembarrieren.
    • Zeit von Diagnose bis Therapiebeginn (Median in Tagen)
      → Je schneller gestartet, desto höher Heilungschancen.

    2. Ergebnis-KPI

    Warum wichtig? Sie machen den Therapieerfolg sichtbar.

    • Heilungsrate (%) nach 12 / 24 Wochen
      Anteil der venösen Ulzera, die unter Kompression abgeheilt sind.
      → Internationale Benchmark möglich.
    • Rezidivrate (%) innerhalb von 12 Monaten
      Wie oft tritt die Wunde nach Heilung wieder auf?
      → Misst Nachhaltigkeit.
    • Ödem-Reduktion (cm Umfang, ml Volumen)
      Standardmessgröße für Lymphödeme.
      → Objektiver Nachweis des physiologischen Effekts.

    3. Patientenbezogene KPI

    Warum wichtig? Ohne Adhärenz und Akzeptanz bleibt Therapie ineffektiv.

    • Therapietreue (%)
      Anteil der Patient:innen, die Strümpfe/Bandagen wie empfohlen tragen.
      → Hauptursache für Misserfolg.
    • Patientenzufriedenheit (Skala 1–10)
      Komfort, Lebensqualität, Handhabung.
      → Grundlage für Produkt- und Serviceverbesserung.
    • Schmerzreduktion (VAS-Skala)
      Klinisch relevant und für Patient:innen entscheidend.

    4. Kosten-KPI

    Warum wichtig? Politik & Kassen entscheiden nach Wirtschaftlichkeit.

    • Durchschnittskosten pro Patient:in/Jahr (EUR)
      Material + Pflege + Arztbesuche.
      → Vergleich mit Kosten ohne Kompression.
    • Vermeidung von Hospitalisierungen (%)
      Anteil der Fälle, die durch konsequente Kompression keine stationäre Behandlung brauchen.
    • Einsparungen durch weniger Rezidive (EUR)
      → Harte ökonomische Argumentationsbasis.

    5. Struktur-KPI

    Warum wichtig? Sie zeigen, ob das System die Therapie überhaupt tragen kann.

    • Anzahl zertifizierter Fachkräfte (pro 100.000 Einwohner)
      Wundmanager:innen, lymphologisch geschulte Pflege.
      → Fachkräfteverfügbarkeit als Voraussetzung.
    • Regionale Abdeckung (%)
      Anteil der Bezirke mit zugänglicher Kompressionsversorgung (Sanitätshaus, Fachambulanz, Homecare).


    Für eine valide Entscheidungsgrundlage sollte Statistik Austria die offiziellen Gesundheits- und Kostendaten bereitstellen, während die GÖG in Kooperation mit den Sozialversicherungsträgern ein nationales Register zur Kompressionsversorgung aufbaut und fachlich begleitet.

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    Fehlende Leitlinien
    Ohne klare Vorgaben bleibt die Kompressionstherapie in Österreich dem Zufall überlassen.
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